AKU steht für Ankaufsuntersuchung und ist für viele Käufer ein wichtiges Kriterium beim Pferdekauf. 

Dabei untersucht ein Tierarzt das zum Verkauf stehende Pferd und dokumentiert seinen Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Untersuchung. 

Eine Ankaufsuntersuchung ist somit keine Garantie dafür, dass ein Pferd später nicht erkranken wird. 

Sie kann jedoch bereits bestehende und zum Zeitpunkt der Untersuchung erkennbare Erkrankungen aufzeigen. 

Auch erfahrene Pferdebesitzer entdecken das tatsächliche Ausmaß eines Problems teilweise erst Monate nach dem Kauf. Die daraus entstehenden Enttäuschungen und Kosten können erheblich sein. 

Was gehört zu einer Ankaufsuntersuchung? 

Der Umfang der AKU wird durch den Auftraggeber bestimmt. 

Grundsätzlich wird zwischen einer kleinen und einer großen Ankaufsuntersuchung unterschieden. 

Bei der kleinen AKU erfolgt eine klinische Untersuchung. 

Bei der großen AKU wird diese Untersuchung durch weitere diagnostische Maßnahmen ergänzt. 

Dazu können unter anderem gehören: 

  • Röntgenuntersuchungen, 
  • Ultraschalluntersuchungen, 
  • Blutuntersuchungen, 
  • in einzelnen Fällen eine Samenprobe bei Hengsten, die für die Zucht vorgesehen sind. 

Im Rahmen der klinischen Untersuchung werden unter anderem das Herz-Kreislauf-System, der Bewegungsapparat, das Gebiss und die Augen beurteilt. 

Wird zusätzlich eine Röntgenuntersuchung vereinbart, werden standardmäßig 18 Aufnahmen der Beine angefertigt, mit denen bestehende knöcherne Erkrankungen sichtbar gemacht werden können. 

Dieses Paket kann um weitere Aufnahmen, beispielsweise des Pferderückens, ergänzt werden. 

Welche Untersuchungen sind bei einer AKU sinnvoll? 

Welche Untersuchungen im individuellen Fall durchgeführt werden sollten, lässt sich nicht pauschal beantworten. 

Jeder Käufer muss dies für sich selbst entscheiden. 

Dabei kann beispielsweise die Frage eine Rolle spielen, ob Sie das Pferd auch bei festgestellten Erkrankungen kaufen beziehungsweise behalten würden und wie Sie mit einer möglichen Einschränkung der Reitbarkeit umgehen würden. 

Auch ein Gespräch mit dem Tierarzt kann dabei helfen, den passenden Untersuchungsumfang festzulegen. 

Häufig besteht außerdem die Möglichkeit, zunächst eine kleine AKU durchführen zu lassen und nur bei Auffälligkeiten weitere Untersuchungen anzuschließen. 

Eine allgemeine Empfehlung zum Umfang einer AKU lässt sich ohne Kenntnis des Pferdes und seiner geplanten reiterlichen Nutzung nicht geben. 

Eine klinische beziehungsweise kleine AKU wird beim Pferdekauf jedoch in jedem Fall empfohlen. 

Was kostet eine Ankaufsuntersuchung? 

Die Kosten richten sich nach dem Umfang der Untersuchung. 

Vor allem bei einer großen AKU hängt der Preis wesentlich von den vereinbarten Zusatzuntersuchungen ab. 

Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, können Sie bereits vor der Untersuchung offene Fragen klären und den voraussichtlichen Kostenrahmen besprechen. 

Als grobe Orientierung liegen die Kosten einer Ankaufsuntersuchung zwischen 450 und 1.000 Euro. 

Werden zusätzliche Untersuchungen gewünscht, können weitere Kosten, beispielsweise für Laboruntersuchungen, hinzukommen. 

Ist eine Ankaufsuntersuchung verpflichtend? 

Eine AKU ist keine Voraussetzung für den Kauf eines Pferdes. 

Die damit verbundenen Kosten können zunächst abschreckend wirken. Dennoch kann die Untersuchung dazu beitragen, unangenehme Überraschungen und unerwartete zukünftige Kosten zu vermeiden. 

Vorerkrankungen können nicht nur kostenintensive Behandlungen erforderlich machen. Unter Umständen ist ein betroffenes Pferd auch für den geplanten reiterlichen Zweck nicht oder nur eingeschränkt geeignet. 

Die Ankaufsuntersuchung liefert Ihnen deshalb zusätzliche Informationen für Ihre Kaufentscheidung. 

Was gilt, wenn bereits eine AKU vorliegt? 

Entscheidend ist zunächst, wann diese Untersuchung durchgeführt wurde. 

Eine AKU beschreibt ausschließlich den Gesundheitszustand des Pferdes zum Zeitpunkt der jeweiligen Untersuchung. 

Eine unauffällige Untersuchung, die bereits ein Jahr zurückliegt, besitzt deshalb nur begrenzte Aussagekraft für den Zustand des Pferdes zum aktuellen Kaufzeitpunkt. 

Selbst innerhalb weniger Wochen oder Monate können Erkrankungen, Verletzungen oder Veränderungen am Skelett entstehen. 

Zusätzlich sollte geprüft werden, welchen Umfang die vorhandene Untersuchung hatte und ob dieser für Ihre eigene Kaufentscheidung ausreichend ist. 

Viele Käufer legen außerdem Wert darauf, den untersuchenden Tierarzt ihres Vertrauens selbst auszuwählen, sofern dies aufgrund der Entfernung möglich ist. 

Wer bezahlt die Ankaufsuntersuchung? 

Grundsätzlich gilt: Wer die AKU bei einem Tierarzt in Auftrag gibt, ist dessen Vertragspartner und muss die Rechnung bezahlen. 

Käufer und Verkäufer können jedoch individuelle Vereinbarungen treffen, beispielsweise die Kosten aufzuteilen oder ihre Übernahme vom Ergebnis der Untersuchung abhängig zu machen. 

Eine solche Vereinbarung sollte möglichst schriftlich festgehalten werden, um spätere Unstimmigkeiten oder Streitigkeiten zu vermeiden. 

Was passiert nach der Ankaufsuntersuchung? 

Nicht jede Untersuchung endet ohne Befund. 

Festgestellte Veränderungen sollten deshalb ausführlich mit einem Tierarzt besprochen werden. 

Dieser kann medizinisch einschätzen, wie relevant die Ergebnisse sind, mit welchen möglichen Einschränkungen zu rechnen ist und ob der geplante Einsatz des Pferdes möglich erscheint. 

Je nach Befund kann es außerdem sinnvoll sein, eine Zweitmeinung einzuholen. 

Die endgültige Entscheidung für oder gegen den Kauf liegt beim Käufer. Die tierärztliche Einschätzung unterstützt dabei aus medizinischer Sicht.