Magengeschwür beim Pferd – Symptome, Ursachen und Behandlung
Magengeschwüre kommen bei Pferden häufiger vor, als vielfach vermutet wird.
Abhängig von Rasse und Haltungsform sind bis zu 50 Prozent der Freizeitpferde, fast 75 Prozent der Turnierpferde und nahezu 90 Prozent der Rennpferde von Magenproblemen bis hin zu Geschwüren betroffen.
Bei Verdacht auf ein Magengeschwür sollte unverzüglich ein Tierarzt hinzugezogen werden.
Welche Symptome können auf ein Magengeschwür hinweisen?
Mögliche Anzeichen sind:
- wiederkehrende Koliken
- Inappetenz
- Apathie
- Leistungsinsuffizienz
- Gewichtsabnahme
- Zahnprobleme
- möglicherweise Maulgeruch
- Zähneknirschen
- Aufstoßen
- Rittigkeitsprobleme
Was ist ein Magengeschwür?
Ein Magengeschwür ist eine Wunde innerhalb der Magenschleimhaut.
Die Magenschleimhaut besteht aus einem drüsenlosen und einem drüsenhaltigen Anteil. In beiden Bereichen können entsprechende Wunden entstehen.
Magengeschwüre können Pferde jeden Alters betreffen und kommen überdurchschnittlich häufig bei Sportpferden vor.
Eine Besonderheit des Pferdemagens ist die kontinuierliche Produktion von Magensäure.
Anders als beispielsweise bei Hund oder Katze produziert der Pferdemagen unabhängig von seinem Füllungszustand den gesamten Tag über Magensäure.
Diese wird für die Verdauung des Futters benötigt.
Bleibt der Magen während einer Fütterungspause jedoch leer, kann die Magensäure stark konzentriert sein und die Schleimhaut angreifen.
Solche Reizungen können die Grundlage für die Entstehung von Magengeschwüren bilden.
Um den Schweregrad der Veränderungen einzuordnen, werden sie von Grad 0 als geringster Stufe bis Grad 4 mit extremen Auswirkungen eingeteilt.
Welche Ursachen können Magengeschwüre haben?
Stress
Stress kann die Entstehung von Magengeschwüren begünstigen.
Was ein Pferd als belastend empfindet, ist sehr individuell.
Stress erhöht den Cortisolspiegel. Cortisol schwächt wiederum die Abwehr der Magenschleimhaut und macht sie dadurch anfälliger für die Magensäure.
Bereits Veränderungen wie eine neue Box, ein neues Herdenmitglied oder wechselnde Reiter können bei einzelnen Pferden Stressreaktionen auslösen.
Fütterung
Auch die Fütterung spielt eine wichtige Rolle.
Sowohl zu viel beziehungsweise ungeeignetes Futter als auch zu lange Fresspausen können dem Pferdemagen Probleme bereiten.
Der Pferdemagen ist an Raufutter als wesentliche Nahrungsquelle angepasst. Dieses sollte deshalb den größten Anteil der täglichen Fütterung ausmachen.
Aufgrund der kontinuierlichen Magensäureproduktion sollten Pferde nicht länger als vier Stunden am Stück eine Fresspause einlegen.
Haltung
Auch die Haltung kann für ein Pferd einen erheblichen Stressfaktor darstellen.
Mögliche Belastungen sind:
- Einzelhaltung
- fehlender Sozialkontakt
- zu kleine Boxen
- zu wenig freie Bewegung
- Unruhe innerhalb der Herde
- Auseinandersetzungen innerhalb der Herde
Nicht jede Haltungsform ist für jedes Pferd gleichermaßen geeignet.
Dabei kann nicht nur die reine Boxenhaltung zum Problem werden. Auch eine grundsätzlich gut gemeinte Herdenhaltung kann beispielsweise durch Rangkämpfe erheblichen Stress verursachen.
Training
Besonders häufig treten Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre bei Turnier- und Rennpferden auf.
Training kann sowohl eine körperliche als auch eine psychische Überforderung darstellen.
Durch die Anstrengung und ein teilweise länger anhaltendes hohes Tempo kann die Magensäure innerhalb des Magens außerdem stärker bewegt werden und dadurch verschiedene Bereiche der Magenschleimhaut erreichen.
Dort können Reizungen und Wunden entstehen.
Medikamente
Auch Medikamente können an der Entstehung von Magengeschwüren beteiligt sein.
Besonders Schmerzmittel können die Magenschleimhaut zusätzlich reizen.
Bei längerfristiger Medikamentengabe sollte deshalb auch ein Magenschutz berücksichtigt werden.
Vor einer eigenständigen Gabe von Schmerzmitteln sollte grundsätzlich Rücksprache mit dem Tierarzt gehalten werden.
Insbesondere Phenylbutazon kann bei unsachgemäßer Anwendung oder bei empfindlichen Pferden als Auslöser von Magenproblemen eine Rolle spielen.
Wie werden Magengeschwüre diagnostiziert?
Magengeschwüre werden teilweise zunächst als Verdachtsdiagnose nach einer ausführlichen Anamnese der vorhandenen Symptome behandelt.
Dafür erhält das Pferd ein Medikament zur Behandlung von Magengeschwüren. Tritt darunter eine Besserung ein, kann von einem entsprechenden Verdacht ausgegangen werden.
Eine gesicherte Diagnose ist nur mithilfe einer Gastroskopie möglich.
Dabei wird ein Schlauch mit einer kleinen Kamera durch die Nase und über den Rachen bis in den Magen geführt.
So kann die Magenschleimhaut direkt beurteilt werden.
Wie werden Magengeschwüre behandelt?
Aufgrund der starken Schmerzen und der möglichen Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens sollten Magengeschwüre behandelt werden.
Bewährt hat sich ein Protonenpumpenhemmer. Dieser sorgt dafür, dass weniger Magensäure ausgeschüttet wird und Entzündungen beziehungsweise Geschwüre darunter abheilen können.
Die Behandlung kann längere Zeit in Anspruch nehmen, ist nach guter Diagnostik und korrekter Wahl der Medikamente jedoch häufig erfolgreich.
Ebenso wichtig ist es, die auslösende Ursache zu erkennen und möglichst zu beseitigen.
Bleibt der Auslöser bestehen, können die Beschwerden schnell erneut auftreten.
Wie können Sie Magengeschwüren vorbeugen?
Folgende Maßnahmen werden empfohlen:
- Fütterungspausen von mehr als vier Stunden vermeiden,
- Kraftfutter möglichst auf mehrere Portionen am Tag verteilen,
- Heu ganztägig anbieten, sofern dies zum Gesundheitszustand und Gewicht des Pferdes passt,
- zunächst Raufutter und anschließend Kraftfutter füttern, damit im Magen ein Puffer entsteht,
- Stress reduzieren,
- Medikamentengaben beachten und gegebenenfalls optimieren,
- das Training anpassen,
- Sattel und weiteres Equipment auf eine optimale Passform kontrollieren,
- den Zahnstatus mindestens einmal jährlich überprüfen.
Ein gestörtes Kauverhalten beeinflusst den Speichelfluss. Dieser ist für die Neutralisierung der Magensäure von großer Bedeutung.
Verletzungen beim Pferd – Erste Hilfe und richtige Versorgung
Eine Verletzung beim Pferd kann schnell entstehen – auf der Weide, im Stall, bei der freien Bewegung oder während des Trainings.
Wie schwer eine Verletzung tatsächlich ist, lässt sich dabei nicht allein an ihrer Größe erkennen.
Eine kleine, tiefe Wunde in der Nähe eines Gelenks kann deutlich schwerwiegendere Folgen haben als eine große, aber oberflächliche Hautverletzung.
Gerade Verletzungen in Gelenknähe sollten deshalb besonders ernst genommen werden. Hier kann das Risiko schwerer Infektionen bis hin zu einer Sepsis sehr hoch sein.
Wie können Verletzungen beim Pferd entstehen?
Mögliche Ursachen sind:
- Gegenstände im Bereich eines unbeaufsichtigten Pferdes im Stall oder auf der Weide,
- Tritt- oder Bissverletzungen durch andere Pferde,
- Unfälle während der freien Bewegung,
- Verletzungen beim Training.
Besonders häufig betroffen sind die empfindlichen Gliedmaßen.
Wie beurteilen Sie eine Verletzung?
Bei der ersten Einschätzung können folgende Fragen helfen:
- Wo befindet sich die Verletzung?
- Wie tief ist die Wunde?
- Ist Knochen sichtbar?
- Befinden sich Gelenke, Sehnenscheiden oder Schleimbeutel in unmittelbarer Nähe?
- Liegt eine Blutung vor?
- Wie lässt sich diese Blutung stillen?
- Wann ist die Verletzung aufgefallen?
- Wie alt ist die Wunde ungefähr?
Wie leisten Sie Erste Hilfe?
An erster Stelle steht: Ruhe bewahren. Nur mit einem klaren Kopf lässt sich die Situation sinnvoll einschätzen.
Besteht eine starke Blutung, sollte umgehend ein Tierarzt verständigt werden. Dieser kann bereits am Telefon erklären, was Sie bis zu seinem Eintreffen tun können – beispielsweise einen Druckverband anlegen.
Besteht Unsicherheit darüber, ob ein Gelenk beteiligt sein könnte, sollte ebenfalls unbedingt ein Tierarzt hinzugezogen werden.
Unabhängig davon, wie klein eine Verletzung erscheint: Ist ein Gelenk, eine Sehnenscheide oder ein Schleimbeutel betroffen, müssen die Wunde und die entsprechenden Strukturen gespült werden, um sie von Bakterien zu befreien.
Auch die Vermeidung einer Wundinfektion ist entscheidend.
Die Wunde sollte deshalb gereinigt und abgedeckt werden.
Verwenden Sie nicht eigenständig Salben oder Sprays direkt auf der Verletzung. Diese können das spätere Erscheinungsbild verändern und die weitere Untersuchung und Behandlung erschweren.
Auch Schmerzmittel sollten vor der tierärztlichen Untersuchung nicht eigenständig verabreicht werden.
Hat Ihr Pferd zuvor eine Lahmheit gezeigt, kann diese durch die schmerzstillende Wirkung der Medikamente möglicherweise nicht mehr sichtbar sein. Eine aussagekräftige Lahmheitsuntersuchung kann dadurch erschwert werden.
Was gehört in eine Stallapotheke?
Für die erste Wundversorgung beziehungsweise einen Druckverband eignen sich:
- Tupfer
- Watterollen
- selbstklebende Bandagen
Wundverbände sollten niemals zu fest angelegt werden, da dadurch die Durchblutung beeinträchtigt werden kann.
Eine gute Polsterung ist ebenfalls wichtig.
Was macht der Tierarzt bei einer Verletzung?
Jede Verletzung unterbricht die natürliche Schutzbarriere der Haut.
Ist diese Barriere beschädigt, können Krankheitserreger in den Körper gelangen und Infektionen verursachen.
Pferde sind bei Verletzungen aufgrund ihrer besonderen Empfindlichkeit gegenüber Keimen sensibler zu beurteilen als viele andere Tierarten oder der Mensch.
Um Folgeschäden möglichst zu verhindern, sollte deshalb jede Verletzung tiermedizinisch abgeklärt werden.
Im Rahmen der Behandlung erfolgt auch eine entsprechende medikamentöse Versorgung der Wunde.
Je nach Situation kann der Einsatz von Antibiotika sinnvoll sein, um eine Infektion zu verhindern oder eine bereits bestehende Infektion zu behandeln.
Ist die Wunde frisch, kann sie bei Bedarf chirurgisch versorgt und vernäht werden. Dies unterstützt und beschleunigt den Heilungsprozess.
Ist eine Verletzung bereits älter und kann nicht mehr vernäht werden, muss sie häufig von innen heraus verschließen. Man spricht dann von einer sekundären Wundheilung.
In manchen Fällen ist eine umfangreichere Versorgung auf dem Operationstisch notwendig.
Dies gilt insbesondere bei Verletzungen in unmittelbarer Nähe eines Gelenks, um eine Gelenkinfektion zu verhindern.
Wie lange dauert die Wundheilung beim Pferd?
Die Heilung einer Wunde benötigt Zeit.
Wird nach einem chirurgischen Wundverschluss zu früh wieder mit dem Training begonnen, können Wundheilungsstörungen auftreten.
Auch eine sogenannte Wunddehiszenz ist möglich. Dabei weichen die Wundränder erneut auseinander und der Heilungsprozess beginnt von Neuem.
Deshalb sollte die vom Tierarzt angeordnete Boxenruhe eingehalten werden.
Freie Bewegung oder Training sollten erst nach entsprechender Rücksprache wieder aufgenommen werden.
Chips beim Pferd – Gelenkveränderungen frühzeitig erkennen und behandeln
Als „Chips“ werden umgangssprachlich kleine abgelöste Knorpelschuppen oder Knochensplitter bezeichnet, die sich im Gelenk eines Pferdes befinden.
Sie können an ihrer ursprünglichen Position verbleiben oder beginnen, innerhalb des Gelenks zu wandern.
Bereits in einem frühen Stadium können sie den Knorpel des betroffenen Gelenks dauerhaft schädigen.
Chips entstehen in den allermeisten Fällen nicht infolge einer Verletzung.
Die Problematik betrifft insbesondere junge Pferde und ist genetisch bedingt beziehungsweise vererbbar.
Durch eine Störung des Knorpelstoffwechsels kann es zu fehlerhaften Verknöcherungen kleiner abgelöster Knorpelfragmente im Gelenk oder in Gelenknähe kommen.
Zunächst verursachen diese Fragmente häufig keine sichtbaren Beschwerden.
Beginnen sie jedoch, sich innerhalb des Gelenks zu bewegen, können sie dort ähnlich wie ein Stein im Schuh wirken.
Durch die Reibung können deutliche Schäden am Gelenkknorpel entstehen. Die daraus resultierenden Entzündungen verursachen Schmerzen und können schließlich zu Lahmheit führen.
Welche Symptome können auf Chips hinweisen?
Mögliche Anzeichen sind:
- ein geschwollenes oder vermehrt gefülltes Gelenk,
- stärkere Wärmebildung am betroffenen Gelenk,
- wiederkehrende oder dauerhafte Lahmheit.
Wie problematisch sind Gelenkchips?
Ein Chip kann fest mit dem umliegenden Gewebe, beispielsweise Knochen oder Gelenkkapsel, verbunden sein und zunächst keine Beschwerden verursachen.
Dennoch besteht die Möglichkeit, dass sich das Fragment später bewegt und dadurch Probleme innerhalb des Gelenks entstehen.
Abhängig von seiner Position ist es deshalb ratsam, einen Chip entfernen zu lassen, auch wenn er noch keine Beschwerden verursacht.
Zeigen sich deutlichere Symptome, ist das umliegende Gewebe häufig bereits geschädigt.
Wie werden Chips diagnostiziert?
Besteht der Verdacht auf einen Chip im Gelenk, kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz.
Röntgenaufnahmen ermöglichen es, Lage und Größe des Fragments zu bestimmen und sein Risiko für den Bewegungsapparat einzuschätzen.
Wie werden Chips behandelt?
Zur Entfernung eines Chips ist eine minimalinvasive Gelenkspiegelung, also eine Arthroskopie, notwendig.
Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose.
Über kleine Hautschnitte werden eine Kamera und weitere Instrumente in das Gelenk eingeführt.
Zunächst wird die genaue Lage des Chips beurteilt. Anschließend wird das Fragment entfernt.
Dabei kann das Gelenk gleichzeitig gespült werden. Auch entsprechende Medikamente können eingebracht werden, um eine bestehende Entzündung zu behandeln.
Anschließend wird die vollständige Entfernung des Fragments während der Operation mithilfe eines Röntgenbildes kontrolliert.
Danach wird die Operationswunde vernäht und das behandelte Bein mit einem Verband geschützt.
In den ersten Tagen nach dem Eingriff sollte das Pferd strikte Boxenruhe einhalten.
Das anschließende Bewegungsprogramm für die Rehabilitation wird individuell auf das jeweilige Pferd abgestimmt.
Arthrose beim Pferd – Symptome, Diagnose und Behandlung
Arthrose ist eine nicht heilbare Gelenkerkrankung, bei der sich der Gelenkknorpel zunehmend verändert und abbaut.
Im gesunden Gelenk erfüllt dieser Knorpel mehrere wichtige Aufgaben. Er dient unter anderem als Stoßdämpfer zwischen den beteiligten Knochen und verhindert, dass diese ungeschützt aufeinander reiben.
Mit zunehmendem Knorpelabbau geht diese Schutzfunktion verloren.
Die Knochen reiben stärker aufeinander und das beteiligte Gewebe kann sich entzünden. Im Rahmen dieses Entzündungsprozesses können Knochenwucherungen und Zubildungen entstehen.
Auch die Gelenkbänder können betroffen sein. Gleichzeitig verändert sich die Gelenkflüssigkeit, die im gesunden Gelenk eine schmierende Funktion übernimmt.
Für das Pferd können diese Veränderungen sehr schmerzhaft sein und sich unter anderem durch Lahmheit oder zunehmende Bewegungsunlust bemerkbar machen.
Welche Symptome können auf Arthrose hinweisen?
Arthrose entwickelt sich schleichend. Gerade im frühen Stadium sind Veränderungen deshalb häufig schwer zu erkennen.
Mögliche Symptome sind:
- Schwellungen der Gelenke mit Wärmebildung,
- steife Gelenke,
- anhaltende Lahmheit,
- eine bessere Beweglichkeit nach einer gewissen Zeit des Einlaufens.
Betroffene Pferde sind zu Beginn des Trainings häufig steifer oder bewegungsunwillig, teilweise zeigen sie auch Lahmheit.
Im Verlauf der Bewegung können die Beschwerden abnehmen oder sogar vorübergehend vollständig verschwinden, sobald sich die Gelenkflüssigkeit erwärmt und für mehr Geschmeidigkeit sorgt.
Dieses sogenannte „Einlaufen“ gilt als besonders typisches Symptom der Arthrose.
Wie wird Arthrose diagnostiziert?
Besteht der Verdacht auf Arthrose, sollte Ihr Pferd zeitnah tierärztlich untersucht werden.
Nach einer ausführlichen Anamnese erfolgt zunächst eine Lahmheitsuntersuchung.
Dazu gehören das Vortraben auf unterschiedlichen Untergründen und die sogenannte Beugeprobe.
Anschließend kann eine diagnostische Anästhesie durchgeführt werden. Dabei werden nacheinander einzelne Bereiche des Beines betäubt und das Pferd anschließend erneut in Bewegung beurteilt.
Verschwindet die Lahmheit nach der Betäubung eines bestimmten Bereichs, lässt sich die schmerzhafte Region genauer eingrenzen.
Anschließend können gezielte Röntgenaufnahmen angefertigt werden. Sie ermöglichen außerdem eine Einschätzung des Krankheitsstadiums und unterstützen die Wahl der geeigneten Therapie.
Wie wird Arthrose behandelt?
Da sich geschädigter Gelenkknorpel nicht regenerieren kann, ist eine Heilung der Arthrose nicht möglich.
Mit geeigneten Maßnahmen lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung jedoch verlangsamen und im besten Fall sogar aufhalten.
Im Mittelpunkt der Behandlung steht zunächst die Linderung der Schmerzen.
Dafür können Schmerzmittel eingesetzt werden, häufig in Verbindung mit entzündungshemmenden Medikamenten zur Behandlung einer akuten Entzündung des Gelenks.
Darüber hinaus stehen verschiedene Präparate zur Verfügung, die einen weiteren Knorpelabbau verhindern sollen.
Auch eine operative Behandlung kann infrage kommen. Dabei können abgelöste Gelenkteilchen entfernt und Unebenheiten beseitigt werden.
Kann ein Pferd mit Arthrose noch geritten werden?
Eine Arthrose bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Pferd nicht mehr geritten werden kann.
Entscheidend ist ein besonders umsichtiger und rücksichtsvoller Umgang.
Das Pferd sollte ausschließlich in den Gangarten bewegt werden, in denen es vollständig schmerzfrei ist und keine Lahmheit zeigt.
Regelmäßige und dosierte Bewegung mit langen Schrittphasen zum Aufwärmen ist für betroffene Pferde besonders geeignet.
Bewegung ist bei Arthrose zugleich ein wichtiges therapeutisches Mittel, um die Gelenke möglichst geschmeidig zu halten und ein „Einrosten“ zu verhindern.
Welcher Trainingsumfang für Ihr Pferd geeignet ist und welche Therapie sinnvoll ist, muss nach einer ausführlichen Untersuchung individuell beurteilt werden.
Ankaufsuntersuchung beim Pferd – was Sie über die AKU wissen sollten
AKU steht für Ankaufsuntersuchung und ist für viele Käufer ein wichtiges Kriterium beim Pferdekauf.
Dabei untersucht ein Tierarzt das zum Verkauf stehende Pferd und dokumentiert seinen Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Untersuchung.
Eine Ankaufsuntersuchung ist somit keine Garantie dafür, dass ein Pferd später nicht erkranken wird.
Sie kann jedoch bereits bestehende und zum Zeitpunkt der Untersuchung erkennbare Erkrankungen aufzeigen.
Auch erfahrene Pferdebesitzer entdecken das tatsächliche Ausmaß eines Problems teilweise erst Monate nach dem Kauf. Die daraus entstehenden Enttäuschungen und Kosten können erheblich sein.
Was gehört zu einer Ankaufsuntersuchung?
Der Umfang der AKU wird durch den Auftraggeber bestimmt.
Grundsätzlich wird zwischen einer kleinen und einer großen Ankaufsuntersuchung unterschieden.
Bei der kleinen AKU erfolgt eine klinische Untersuchung.
Bei der großen AKU wird diese Untersuchung durch weitere diagnostische Maßnahmen ergänzt.
Dazu können unter anderem gehören:
- Röntgenuntersuchungen,
- Ultraschalluntersuchungen,
- Blutuntersuchungen,
- in einzelnen Fällen eine Samenprobe bei Hengsten, die für die Zucht vorgesehen sind.
Im Rahmen der klinischen Untersuchung werden unter anderem das Herz-Kreislauf-System, der Bewegungsapparat, das Gebiss und die Augen beurteilt.
Wird zusätzlich eine Röntgenuntersuchung vereinbart, werden standardmäßig 18 Aufnahmen der Beine angefertigt, mit denen bestehende knöcherne Erkrankungen sichtbar gemacht werden können.
Dieses Paket kann um weitere Aufnahmen, beispielsweise des Pferderückens, ergänzt werden.
Welche Untersuchungen sind bei einer AKU sinnvoll?
Welche Untersuchungen im individuellen Fall durchgeführt werden sollten, lässt sich nicht pauschal beantworten.
Jeder Käufer muss dies für sich selbst entscheiden.
Dabei kann beispielsweise die Frage eine Rolle spielen, ob Sie das Pferd auch bei festgestellten Erkrankungen kaufen beziehungsweise behalten würden und wie Sie mit einer möglichen Einschränkung der Reitbarkeit umgehen würden.
Auch ein Gespräch mit dem Tierarzt kann dabei helfen, den passenden Untersuchungsumfang festzulegen.
Häufig besteht außerdem die Möglichkeit, zunächst eine kleine AKU durchführen zu lassen und nur bei Auffälligkeiten weitere Untersuchungen anzuschließen.
Eine allgemeine Empfehlung zum Umfang einer AKU lässt sich ohne Kenntnis des Pferdes und seiner geplanten reiterlichen Nutzung nicht geben.
Eine klinische beziehungsweise kleine AKU wird beim Pferdekauf jedoch in jedem Fall empfohlen.
Was kostet eine Ankaufsuntersuchung?
Die Kosten richten sich nach dem Umfang der Untersuchung.
Vor allem bei einer großen AKU hängt der Preis wesentlich von den vereinbarten Zusatzuntersuchungen ab.
Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, können Sie bereits vor der Untersuchung offene Fragen klären und den voraussichtlichen Kostenrahmen besprechen.
Als grobe Orientierung liegen die Kosten einer Ankaufsuntersuchung zwischen 450 und 1.000 Euro.
Werden zusätzliche Untersuchungen gewünscht, können weitere Kosten, beispielsweise für Laboruntersuchungen, hinzukommen.
Ist eine Ankaufsuntersuchung verpflichtend?
Eine AKU ist keine Voraussetzung für den Kauf eines Pferdes.
Die damit verbundenen Kosten können zunächst abschreckend wirken. Dennoch kann die Untersuchung dazu beitragen, unangenehme Überraschungen und unerwartete zukünftige Kosten zu vermeiden.
Vorerkrankungen können nicht nur kostenintensive Behandlungen erforderlich machen. Unter Umständen ist ein betroffenes Pferd auch für den geplanten reiterlichen Zweck nicht oder nur eingeschränkt geeignet.
Die Ankaufsuntersuchung liefert Ihnen deshalb zusätzliche Informationen für Ihre Kaufentscheidung.
Was gilt, wenn bereits eine AKU vorliegt?
Entscheidend ist zunächst, wann diese Untersuchung durchgeführt wurde.
Eine AKU beschreibt ausschließlich den Gesundheitszustand des Pferdes zum Zeitpunkt der jeweiligen Untersuchung.
Eine unauffällige Untersuchung, die bereits ein Jahr zurückliegt, besitzt deshalb nur begrenzte Aussagekraft für den Zustand des Pferdes zum aktuellen Kaufzeitpunkt.
Selbst innerhalb weniger Wochen oder Monate können Erkrankungen, Verletzungen oder Veränderungen am Skelett entstehen.
Zusätzlich sollte geprüft werden, welchen Umfang die vorhandene Untersuchung hatte und ob dieser für Ihre eigene Kaufentscheidung ausreichend ist.
Viele Käufer legen außerdem Wert darauf, den untersuchenden Tierarzt ihres Vertrauens selbst auszuwählen, sofern dies aufgrund der Entfernung möglich ist.
Wer bezahlt die Ankaufsuntersuchung?
Grundsätzlich gilt: Wer die AKU bei einem Tierarzt in Auftrag gibt, ist dessen Vertragspartner und muss die Rechnung bezahlen.
Käufer und Verkäufer können jedoch individuelle Vereinbarungen treffen, beispielsweise die Kosten aufzuteilen oder ihre Übernahme vom Ergebnis der Untersuchung abhängig zu machen.
Eine solche Vereinbarung sollte möglichst schriftlich festgehalten werden, um spätere Unstimmigkeiten oder Streitigkeiten zu vermeiden.
Was passiert nach der Ankaufsuntersuchung?
Nicht jede Untersuchung endet ohne Befund.
Festgestellte Veränderungen sollten deshalb ausführlich mit einem Tierarzt besprochen werden.
Dieser kann medizinisch einschätzen, wie relevant die Ergebnisse sind, mit welchen möglichen Einschränkungen zu rechnen ist und ob der geplante Einsatz des Pferdes möglich erscheint.
Je nach Befund kann es außerdem sinnvoll sein, eine Zweitmeinung einzuholen.
Die endgültige Entscheidung für oder gegen den Kauf liegt beim Käufer. Die tierärztliche Einschätzung unterstützt dabei aus medizinischer Sicht.
Equines Cushing-Syndrom / PPID – Symptome, Diagnose und Behandlung
Das Equine Cushing-Syndrom, kurz ECS, ist eine hormonelle Erkrankung, die überwiegend ältere Pferde betrifft – meist Tiere über 15 Jahre.
Durch eine Funktionsstörung der Hirnanhangdrüse, der Hypophyse, wird im Körper des Pferdes vermehrt das Hormon ACTH ausgeschüttet.
Diese Veränderung kann sich auf nahezu alle Organfunktionen auswirken und den Stoffwechsel des Pferdes erheblich beeinträchtigen.
Welche Symptome können auf Cushing hinweisen?
Die Anzeichen können einzeln oder in unterschiedlichen Kombinationen auftreten.
Mögliche Symptome sind:
- Störungen des Fellwechsels: Das Pferd wechselt sein Fell langsam, verspätet oder nur unvollständig. Das Haarkleid wirkt häufig struppig oder stumpf.
- eine erhöhte Neigung zu Hufrehe oder eine schlechtere Hufqualität,
- ein geschwächtes Immunsystem und eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionskrankheiten oder Atemwegsbeschwerden,
- vermehrte Wasseraufnahme und Urinausscheidung,
- Leistungsabfall bis hin zu deutlicher Leistungsschwäche,
- Muskelabbau beziehungsweise Muskelatrophie,
- Fettablagerungen an für Cushing typischen Körperstellen wie Mähnenkamm, Hals, Augenpartie oder Bauch, teilweise ohne sonstiges Übergewicht,
- Gewichtsabnahme,
- Wundheilungsstörungen und allgemeine Hautveränderungen,
- wiederkehrende Augenentzündungen.
Eine aufmerksame Beobachtung Ihres Pferdes ist deshalb besonders wichtig.
Wie wird Cushing beim Pferd diagnostiziert?
Zur Diagnose wird der ACTH-Spiegel im Blut bestimmt.
Dabei muss berücksichtigt werden, dass der Hormonspiegel jahreszeitlichen Schwankungen unterliegt. Die Grenzwerte können deshalb beispielsweise im Herbst anders ausfallen als im Frühjahr.
Für die Beurteilung sind die jeweiligen Referenzwerte des untersuchenden Labors entscheidend.
Ist Cushing beim Pferd behandelbar?
Das Equine Cushing-Syndrom ist sehr gut behandelbar, jedoch nicht heilbar.
Die gestörte Hormonproduktion kann mit dem Wirkstoff Pergolid reguliert werden. Dieser reduziert die Hormonfreisetzung durch die Hypophyse.
Prascend ist derzeit das Mittel der Wahl und muss ab der Diagnosestellung dauerhaft beziehungsweise lebenslang verabreicht werden.
Eine genaue Dosierung ist besonders wichtig, da auch eine zu geringe Hormonausschüttung Probleme verursachen kann und vermieden werden sollte.
Nach einer vorsichtigen Einstellung der Medikation und einer erneuten Blutkontrolle sollte der ACTH-Wert anschließend zweimal jährlich überprüft werden.
Gibt es alternative oder ergänzende Behandlungsmöglichkeiten?
Die meisten Pferde vertragen die Behandlung mit Prascend sehr gut und erreichen dadurch eine deutlich höhere Lebensqualität.
Einzelne Pferde können zu Beginn empfindlich auf das Medikament reagieren. Mögliche Symptome sind Müdigkeit, Inappetenz oder leichte Fressunlust.
In solchen Fällen kann es notwendig sein, auf Alternativen zurückzugreifen oder Prascend in Kombination mit anderen Mitteln vorsichtig einzuschleichen.
Als bewährte Ergänzung wird Mönchspfeffer eingesetzt.
Auch regelmäßige Entwurmung, Hufpflege und Zahnkontrollen sollten selbstverständlich sein.
Nabelbruch beim Fohlen – Entstehung, Risiken und Behandlung
Ein Nabelbruch ist eine Erkrankung des jungen Pferdes beziehungsweise Fohlens.
Während der Embryonalentwicklung besteht über die Nabelpforte und die Nabelschnur eine Verbindung zwischen Fohlen und Mutter. Über diese Verbindung wird das ungeborene Fohlen während der Trächtigkeit versorgt.
Nach der Geburt reißt die Nabelschnur ab. Anschließend bildet sich der Nabel zurück und die Nabelpforte verschließt sich.
Ist die Nabelpforte vergrößert oder kommt es beim Abreißen der Nabelschnur zu Komplikationen, kann dieser vollständige Verschluss ausbleiben.
Das Bauchfell kann sich dann als Säckchen aus der Bauchhöhle herausstülpen.
Auch bei einer nicht vergrößerten Nabelpforte kann im Fohlenalter ein Nabelbruch entstehen. Eine Entzündung des Nabels kann ebenfalls zu einer solchen Komplikation führen.
Wie erkennen Sie einen Nabelbruch?
Durch den unvollständigen Verschluss der Bauchhöhle entsteht auf Höhe des Nabels eine mehr oder weniger große Vorwölbung.
Durch die sogenannte Bruchpforte schiebt sich Bauchfell aus der Bauchhöhle heraus und bildet einen sichtbaren Bruchsack am unteren Bauch des Fohlens.
Auch Darmanteile können in diesen Bruchsack gelangen.
Warum kann ein Nabelbruch gefährlich werden?
Vor allem Teile des Dünndarms können durch die Bruchpforte in den Bruchsack rutschen.
Schwillt der Darm dort an, kann er im Bruchsack stecken bleiben.
Die dadurch verringerte Blutversorgung kann dazu führen, dass der betroffene Darmabschnitt abstirbt. Dies kann mit heftigen Koliksymptomen einhergehen.
Aus diesem Grund sollte ein Nabelbruch in Absprache mit dem Tierarzt zeitnah chirurgisch versorgt werden.
Wie läuft eine Nabelbruch-Operation ab?
Die Operation eines Nabelbruchs ist in der Regel ein Routineeingriff.
Das Fohlen wird dafür in Vollnarkose gelegt. Anschließend wird der Bruchsack umschnitten und die Bruchpforte verschlossen.
In der Regel kann das Fohlen bereits am folgenden Tag gemeinsam mit seiner Mutter die Praxis / Klinik wieder verlassen.
Nach der Operation sollte es ungefähr zwei Wochen in einer Box oder auf einem kleinen Paddock gehalten werden, um die Heilung bestmöglich zu unterstützen.
Die Prognose nach einer Nabelbruch-Operation ist in der Regel sehr gut.
Fesselringbandsyndrom beim Pferd – Behandlung und Prognose
Beim Fesselringbandsyndrom werden die oberflächliche und die tiefe Beugesehne durch das Fesselringband eingeengt.
Die daraus entstehenden Schmerzen können bei betroffenen Pferden zu einer deutlichen Lahmheit führen.
Je nach Ursache wird zwischen einem primären und einem sekundären Fesselringbandsyndrom unterschieden.
Beim primären Fesselringbandsyndrom verdickt sich das Fesselringband selbst, während die Beugesehnen unverändert bleiben. Eine solche Veränderung kann infolge eines Traumas oder durch übermäßige Belastung entstehen.
Beim sekundären Fesselringbandsyndrom liegt dagegen eine Verletzung der Beugesehnen bei zunächst unauffälligem Fesselringband vor. Die dadurch entstehende Entzündung innerhalb der Fesselbeugesehnenscheide führt zu einer Verdickung des Fesselringbandes, das wiederum die Beugesehnen einengt.
Bei einem ersten Verdacht sollte das Pferd unmittelbar tierärztlich vorgestellt werden.
Welche Symptome können auftreten?
Durch die Einengung können Schwellungen entstehen.
Typisch ist eine sanduhrförmige Einschnürung auf der Rückseite des Beines oberhalb des Fesselkopfes.
Im Bereich der Fessel reagieren betroffene Pferde außerdem häufig schmerzhaft.
Durch die Beeinträchtigung des Sehnenapparates kann eine deutliche Lahmheit auftreten. Das Pferd versucht dann, das betroffene Bein möglichst zu entlasten und drückt es häufig nicht mehr vollständig durch.
Auch im Stand kann diese Entlastung sichtbar werden. Teilweise wird das beeinträchtigte Bein nur noch auf der Zehenspitze aufgesetzt.
Wie wird ein Fesselringbandsyndrom diagnostiziert?
Bei Verdacht auf Veränderungen im Bereich des Fesselringbandes erfolgt zunächst ein ausführliches Anamnesegespräch und anschließend eine klinische Untersuchung.
Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung kann die Verdachtsdiagnose bestätigt oder ausgeschlossen und das Ausmaß der Erkrankung beurteilt werden.
Ein gesundes Fesselringband sollte nicht dicker als drei Millimeter sein.
Im Ultraschall lässt sich außerdem feststellen, ob lediglich das Fesselringband verdickt ist oder ob auch Strukturen innerhalb der Fesselbeugesehnenscheide betroffen sind – beispielsweise die oberflächliche Beugesehne, die tiefe Beugesehne oder die Manica flexoria.
Welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen?
Grundsätzlich kommen sowohl konservative als auch operative Therapien infrage.
Eine konservative Behandlung empfiehlt sich allerdings nur in akuten Fällen und führt häufig zu Rezidiven, also einem erneuten Auftreten der Erkrankung.
In bestimmten Fällen können entzündungshemmende Medikamente, Hydrotherapie und strikte Ruhe zu einer Verbesserung beitragen.
Auch Spezialbeschläge können die Beschwerden lindern.
Welche Behandlung im Einzelfall geeignet ist, sollte individuell besprochen werden. Ein zu lange bestehendes Fesselringbandsyndrom kann schwerwiegende Folgen für die Strukturen innerhalb der Fesselbeugesehnenscheide haben.
Durch die dauerhafte Einengung können Fasern reißen sowie Entzündungen und Verklebungen entstehen.
Deutlich häufiger ist deshalb eine operative Behandlung erforderlich.
Dabei wird das Fesselringband durchtrennt, um die Sehnen von der Einengung zu befreien.
Der Eingriff erfolgt minimalinvasiv mittels endoskopischer Chirurgie, der sogenannten Tendovaginoskopie. Gleichzeitig können die einzelnen Sehnen beurteilt sowie mögliche Sehnenschäden diagnostiziert und behandelt werden.
Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt und ist ein Routineeingriff. Wie bei allen Operationen besteht dabei das übliche, aber geringe Narkoserisiko.
Wie ist die Prognose nach einer Fesselringband-Operation?
Ob und in welchem Umfang ein Pferd nach der Behandlung wieder geritten werden kann, hängt vor allem von Art und Schwere der Erkrankung ab.
Ein primäres Fesselringbandsyndrom ohne Verletzung der Sehnen weist gute Heilungschancen auf.
Nach Beseitigung der Einengung heilen die betroffenen Beine meist vollständig aus. Nach einer entsprechenden Ruhephase kann das Pferd langsam wieder antrainiert werden.
Beim sekundären Fesselringbandsyndrom liegen dagegen häufig bereits deutliche Sehnenschäden vor. Die Heilung muss deshalb vorsichtiger beurteilt werden und kann deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen.
Ob anschließend wieder ein Einsatz als Sport- oder Freizeitpferd möglich ist, hängt vom Ausmaß der Verletzung ab und muss individuell beurteilt werden.
Grundsätzlich sollte das Fesselringband behandelt werden, bevor Schäden an den Sehnen entstehen, da diese die Prognose deutlich verschlechtern.
Nach einer Operation kann die Prognose genauer gestellt werden, weil das Ausmaß bestehender Verletzungen und möglicher Verklebungen unmittelbar beurteilt werden konnte.
Kissing Spines beim Pferd – Rückenschmerzen erkennen und behandeln
„Kissing Spines“ bezeichnet meist schmerzhafte Veränderungen an den Dornfortsätzen im Bereich der Brustwirbelsäule.
Dabei liegen einzelne Dornfortsätze so dicht beieinander, dass sie sich berühren oder sogar überlagern.
Durch das Aneinanderreiben können zusätzlich Entzündungen, Knochenzubildungen oder Zysten entstehen.
Besonders anfällig ist der Bereich der Wirbelsäule, der sich in der Sattellage des Pferdes befindet.
Wie machen sich Kissing Spines bemerkbar?
Betroffene Pferde leiden zunächst unter Rückenschmerzen. Da jedes Pferd unterschiedlich auf Schmerzen reagiert, können auch die sichtbaren Symptome sehr verschieden sein.
Zu den häufigsten Auffälligkeiten gehören:
- Steifheit
- Wegdrücken des Rückens bei Belastung
- Arbeitsunwilligkeit
- Rittigkeitsprobleme
- eine inaktive Hinterhand
- Lahmheit
- Schmerzempfindlichkeit des Rückens, beispielsweise beim Putzen, Satteln oder bei Berührungen
Bei entsprechenden Symptomen sollte eine tierärztliche Abklärung erfolgen.
Wie werden Kissing Spines diagnostiziert?
Besteht der Verdacht auf Rückenschmerzen, sollte Ihr Pferd zeitnah tierärztlich untersucht werden.
Da zahlreiche Erkrankungen und Ursachen infrage kommen, sind verschiedene Untersuchungen notwendig, um eine möglichst genaue Diagnose zu stellen.
Bei Verdacht auf Kissing Spines gehören dazu:
- eine ausführliche Anamnese
- eine klinische Untersuchung
- eine Lahmheitsuntersuchung auf unterschiedlichen Untergründen
- Röntgenaufnahmen zur Beurteilung der Dornfortsätze
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Kissing Spines können konservativ durch ein sehr strukturiertes Muskelaufbautraining behandelt werden.
Darüber hinaus sind Injektionen direkt in den betroffenen Rückenbereich möglich. In schweren Fällen kann auch eine Operation infrage kommen.
Eine kräftige Bauch- und Rückenmuskulatur ist für die Behandlung besonders wichtig. Sie kann die belastete Wirbelsäule entlasten und unterstützen.
Bevor ein gezielter Muskelaufbau beginnen kann, müssen zunächst die bestehenden Schmerzen und Entzündungen reduziert werden.
Hierfür kommen schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz. Sie können außerdem dazu beitragen, die vorhandene Muskulatur zu lockern und so ein gezieltes Training überhaupt erst zu ermöglichen.
Falls notwendig, sollte auch der Sitz des Reiters berücksichtigt werden, da ein falscher Sitz den Rücken des Pferdes stark belasten kann.
Auch die Zusammenarbeit mit einem guten Sattler und Schmied ist essenziell.
Bei einer Injektionstherapie wird der Rücken direkt im Bereich der Engstände behandelt. Dafür werden beim stehenden Pferd Nadeln zwischen den betroffenen Dornfortsätzen platziert und meist ein Cortisonpräparat injiziert.
Auch eine chiropraktische Behandlung kann Pferde mit Rückenproblemen unterstützen. Teilweise ist zuvor jedoch eine Behandlung des Rückens mit Injektionen notwendig, um die manuelle Therapie zu erleichtern.
Die chirurgische Behandlung stellt die letzte Möglichkeit bei schweren Beschwerden dar. Dabei werden beim stehenden, sedierten Pferd einzelne störende Dornfortsätze mit einer Knochensäge gekürzt, um ein weiteres Aneinanderreiben zu verhindern.
Kann ein Pferd mit Kissing Spines noch geritten werden?
Die meisten Pferde können nach erfolgreicher Behandlung weiterhin geritten und teilweise auch sportlich eingesetzt werden.
Wichtig ist ein langsamer und nachhaltiger Muskelaufbau. Nur so kann die Wirbelsäule entlastet und gleichzeitig einer weiteren Verschlechterung entgegengewirkt werden.
Ist ein sportlicher Einsatz geplant, sollte aufgrund der bei der Behandlung verwendeten Medikamente das Thema Doping mit dem behandelnden Tierarzt besprochen werden.
Auch nach einer Operation können Pferde nach einer entsprechenden Rehabilitationsphase in der Regel wieder als Reitpferde genutzt werden.
Zahnbehandlung beim Pferd – Gesundheit beginnt beim Gebiss
Regelmäßige Zahnkontrollen sind auch beim Pferd ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge.
Sie ermöglichen es, Veränderungen oder Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und einer weiteren Verschlechterung durch eine entsprechende Behandlung möglichst entgegenzuwirken.
In welchen Abständen die Zähne kontrolliert werden sollten, hängt vom Alter Ihres Pferdes und vom individuellen Zahnzustand ab.
Bei jungen Pferden, die sich noch im Zahnwechsel befinden, sowie bei Pferden mit bereits bekannten Zahnproblemen wird eine halbjährliche Kontrolle empfohlen.
Bei gesunden Pferden ab einem Alter von fünf Jahren empfiehlt sich eine jährliche Zahnbehandlung.
Zeigt Ihr Pferd unabhängig von den regelmäßigen Kontrollen Anzeichen für Zahnprobleme, sollte ein Tierarzt informiert werden.
Woran erkennen Sie Zahnprobleme bei Ihrem Pferd?
Zahnprobleme sind bei Pferden häufig nicht leicht zu erkennen und zeigen sich teilweise erst in einem fortgeschrittenen Stadium.
Mögliche Anzeichen sind:
- ein verschlechterter Allgemeinzustand
- Gewichtsabnahme
- unangenehmer Geruch aus dem Maul
- sogenanntes Wickelkauen, bei dem das Futter zu Röllchen geformt wieder aus dem Maul fällt
- Rittigkeits- und Anlehnungsprobleme
- Headshaking
Wie bereiten Sie Ihr Pferd auf die Zahnbehandlung vor?
Am Tag der Behandlung darf Ihr Pferd zunächst wie gewohnt Wasser und Futter aufnehmen.
Direkt im Anschluss an die Behandlung sollte aufgrund der Sedierung jedoch zunächst kein Futter angeboten werden.
Findet die Zahnbehandlung bei Ihnen am Stall statt, ist es hilfreich, bereits vor der Ankunft des Tierarztes einen geeigneten Behandlungsplatz vorzubereiten.
Dieser sollte:
- über einen Stromanschluss verfügen,
- einen Wasseranschluss bieten,
- rutschfest sein,
- eine Möglichkeit bieten, oberhalb des Pferdes ein Seil zur Aufhängung des Pferdekopfes anzubringen.
Warum wird eine Sedierung empfohlen?
Grundlage einer guten Zahnbehandlung ist eine sorgfältige Untersuchung der gesamten Maulhöhle. Das bloße Abtasten der Zähne reicht hierfür nicht aus.
Um auch die hinteren Bereiche des Gebisses genau beurteilen zu können, ist ein Maulgatter notwendig. Dieses hält das Maul weit geöffnet.
Damit eine solche Untersuchung gründlich und möglichst sicher erfolgen kann, muss das Pferd ruhig stehen. Ohne Sedierung ist dies kaum möglich und kann für das Pferd erheblichen Stress bedeuten.
Um die Verletzungsgefahr für alle Beteiligten möglichst gering zu halten und gleichzeitig eine gründliche Behandlung zu ermöglichen, wird eine Sedierung deshalb dringend empfohlen.
Die Dosierung wird individuell auf Gewicht und Konstitution des Pferdes abgestimmt und ist erfahrungsgemäß sehr gut verträglich.
Was geschieht bei einer Zahnsanierung?
Jede Behandlung beginnt mit einer ausführlichen Vorbesprechung. Dabei werden bestehende Probleme und der Anlass für die Untersuchung besprochen.
Anschließend erfolgt eine Voruntersuchung, um festzustellen, ob und in welchem Umfang eine Zahnsanierung erforderlich ist.
Ist eine Behandlung notwendig, wird vor der Sedierung zunächst das Herz-Kreislauf-System untersucht. Das Herz wird abgehört und der Allgemeinzustand des Pferdes beurteilt.
Erst danach erhält das Pferd die individuell abgestimmte Sedierung.
Mit einem Maulgatter wird das Maul geöffnet. Anschließend werden die Zähne noch einmal genau betrachtet und jeder einzelne Zahn sorgfältig beurteilt.
Scharfe Kanten, Zacken oder Vorsprünge können glattgeschliffen werden.
Sind Karies, Parodontose oder Zahnstein vorhanden, wird das weitere Vorgehen besprochen.
Frakturierte, entzündete oder abgestorbene Zähne werden meist in einem gesonderten Termin zunächst schonend gelockert und anschließend chirurgisch entfernt.
Sogenannte Wolfszähne können dagegen in den meisten Fällen unkompliziert direkt am heimischen Stall entfernt werden.
Was ist nach einer Zahnbehandlung zu beachten?
Nach einer Behandlung unter Sedierung sollte Ihr Pferd zunächst ausreichend Ruhe bekommen, bis es vollständig wach ist.
Während dieser Zeit sollte es von anderen Pferden getrennt werden, damit es im sedierten Zustand nicht zu Auseinandersetzungen kommt.
Unter guter Beobachtung und sobald das Pferd vollständig wach ist, kann meist nach etwa zwei Stunden wieder Futter angeboten werden.
Während die Sedierung noch wirkt, darf das Pferd nicht fressen. Es könnte zwar Futter aufnehmen, dieses aber nicht ausreichend kauen. Dadurch können Schlundverstopfungen oder anschließende Koliken entstehen.
Auch eine starke körperliche Belastung sollte am Tag der Zahnbehandlung vermieden werden.
Nach umfangreicheren Eingriffen kann eine spezielle Nachsorge notwendig sein. Das genaue Vorgehen wird dann individuell besprochen.
Was kostet eine Zahnbehandlung beim Pferd?
Die Kosten einer Zahnsanierung richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT).
Ein Pauschalpreis lässt sich nicht nennen, da Aufwand, Menge der benötigten Medikamente und mögliche Komplikationen von Pferd zu Pferd unterschiedlich sein können.
Offene Fragen zum geplanten Behandlungsumfang und zu den voraussichtlichen Kosten können deshalb bereits vor dem Termin besprochen werden.











