Arthrose ist eine nicht heilbare Gelenkerkrankung, bei der sich der Gelenkknorpel zunehmend verändert und abbaut.
Im gesunden Gelenk erfüllt dieser Knorpel mehrere wichtige Aufgaben. Er dient unter anderem als Stoßdämpfer zwischen den beteiligten Knochen und verhindert, dass diese ungeschützt aufeinander reiben.
Mit zunehmendem Knorpelabbau geht diese Schutzfunktion verloren.
Die Knochen reiben stärker aufeinander und das beteiligte Gewebe kann sich entzünden. Im Rahmen dieses Entzündungsprozesses können Knochenwucherungen und Zubildungen entstehen.
Auch die Gelenkbänder können betroffen sein. Gleichzeitig verändert sich die Gelenkflüssigkeit, die im gesunden Gelenk eine schmierende Funktion übernimmt.
Für das Pferd können diese Veränderungen sehr schmerzhaft sein und sich unter anderem durch Lahmheit oder zunehmende Bewegungsunlust bemerkbar machen.
Welche Symptome können auf Arthrose hinweisen?
Arthrose entwickelt sich schleichend. Gerade im frühen Stadium sind Veränderungen deshalb häufig schwer zu erkennen.
Mögliche Symptome sind:
- Schwellungen der Gelenke mit Wärmebildung,
- steife Gelenke,
- anhaltende Lahmheit,
- eine bessere Beweglichkeit nach einer gewissen Zeit des Einlaufens.
Betroffene Pferde sind zu Beginn des Trainings häufig steifer oder bewegungsunwillig, teilweise zeigen sie auch Lahmheit.
Im Verlauf der Bewegung können die Beschwerden abnehmen oder sogar vorübergehend vollständig verschwinden, sobald sich die Gelenkflüssigkeit erwärmt und für mehr Geschmeidigkeit sorgt.
Dieses sogenannte „Einlaufen“ gilt als besonders typisches Symptom der Arthrose.
Wie wird Arthrose diagnostiziert?
Besteht der Verdacht auf Arthrose, sollte Ihr Pferd zeitnah tierärztlich untersucht werden.
Nach einer ausführlichen Anamnese erfolgt zunächst eine Lahmheitsuntersuchung.
Dazu gehören das Vortraben auf unterschiedlichen Untergründen und die sogenannte Beugeprobe.
Anschließend kann eine diagnostische Anästhesie durchgeführt werden. Dabei werden nacheinander einzelne Bereiche des Beines betäubt und das Pferd anschließend erneut in Bewegung beurteilt.
Verschwindet die Lahmheit nach der Betäubung eines bestimmten Bereichs, lässt sich die schmerzhafte Region genauer eingrenzen.
Anschließend können gezielte Röntgenaufnahmen angefertigt werden. Sie ermöglichen außerdem eine Einschätzung des Krankheitsstadiums und unterstützen die Wahl der geeigneten Therapie.
Wie wird Arthrose behandelt?
Da sich geschädigter Gelenkknorpel nicht regenerieren kann, ist eine Heilung der Arthrose nicht möglich.
Mit geeigneten Maßnahmen lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung jedoch verlangsamen und im besten Fall sogar aufhalten.
Im Mittelpunkt der Behandlung steht zunächst die Linderung der Schmerzen.
Dafür können Schmerzmittel eingesetzt werden, häufig in Verbindung mit entzündungshemmenden Medikamenten zur Behandlung einer akuten Entzündung des Gelenks.
Darüber hinaus stehen verschiedene Präparate zur Verfügung, die einen weiteren Knorpelabbau verhindern sollen.
Auch eine operative Behandlung kann infrage kommen. Dabei können abgelöste Gelenkteilchen entfernt und Unebenheiten beseitigt werden.
Kann ein Pferd mit Arthrose noch geritten werden?
Eine Arthrose bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Pferd nicht mehr geritten werden kann.
Entscheidend ist ein besonders umsichtiger und rücksichtsvoller Umgang.
Das Pferd sollte ausschließlich in den Gangarten bewegt werden, in denen es vollständig schmerzfrei ist und keine Lahmheit zeigt.
Regelmäßige und dosierte Bewegung mit langen Schrittphasen zum Aufwärmen ist für betroffene Pferde besonders geeignet.
Bewegung ist bei Arthrose zugleich ein wichtiges therapeutisches Mittel, um die Gelenke möglichst geschmeidig zu halten und ein „Einrosten“ zu verhindern.
Welcher Trainingsumfang für Ihr Pferd geeignet ist und welche Therapie sinnvoll ist, muss nach einer ausführlichen Untersuchung individuell beurteilt werden.

