Als „Chips“ werden umgangssprachlich kleine abgelöste Knorpelschuppen oder Knochensplitter bezeichnet, die sich im Gelenk eines Pferdes befinden.
Sie können an ihrer ursprünglichen Position verbleiben oder beginnen, innerhalb des Gelenks zu wandern.
Bereits in einem frühen Stadium können sie den Knorpel des betroffenen Gelenks dauerhaft schädigen.
Chips entstehen in den allermeisten Fällen nicht infolge einer Verletzung.
Die Problematik betrifft insbesondere junge Pferde und ist genetisch bedingt beziehungsweise vererbbar.
Durch eine Störung des Knorpelstoffwechsels kann es zu fehlerhaften Verknöcherungen kleiner abgelöster Knorpelfragmente im Gelenk oder in Gelenknähe kommen.
Zunächst verursachen diese Fragmente häufig keine sichtbaren Beschwerden.
Beginnen sie jedoch, sich innerhalb des Gelenks zu bewegen, können sie dort ähnlich wie ein Stein im Schuh wirken.
Durch die Reibung können deutliche Schäden am Gelenkknorpel entstehen. Die daraus resultierenden Entzündungen verursachen Schmerzen und können schließlich zu Lahmheit führen.
Welche Symptome können auf Chips hinweisen?
Mögliche Anzeichen sind:
- ein geschwollenes oder vermehrt gefülltes Gelenk,
- stärkere Wärmebildung am betroffenen Gelenk,
- wiederkehrende oder dauerhafte Lahmheit.
Wie problematisch sind Gelenkchips?
Ein Chip kann fest mit dem umliegenden Gewebe, beispielsweise Knochen oder Gelenkkapsel, verbunden sein und zunächst keine Beschwerden verursachen.
Dennoch besteht die Möglichkeit, dass sich das Fragment später bewegt und dadurch Probleme innerhalb des Gelenks entstehen.
Abhängig von seiner Position ist es deshalb ratsam, einen Chip entfernen zu lassen, auch wenn er noch keine Beschwerden verursacht.
Zeigen sich deutlichere Symptome, ist das umliegende Gewebe häufig bereits geschädigt.
Wie werden Chips diagnostiziert?
Besteht der Verdacht auf einen Chip im Gelenk, kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz.
Röntgenaufnahmen ermöglichen es, Lage und Größe des Fragments zu bestimmen und sein Risiko für den Bewegungsapparat einzuschätzen.
Wie werden Chips behandelt?
Zur Entfernung eines Chips ist eine minimalinvasive Gelenkspiegelung, also eine Arthroskopie, notwendig.
Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose.
Über kleine Hautschnitte werden eine Kamera und weitere Instrumente in das Gelenk eingeführt.
Zunächst wird die genaue Lage des Chips beurteilt. Anschließend wird das Fragment entfernt.
Dabei kann das Gelenk gleichzeitig gespült werden. Auch entsprechende Medikamente können eingebracht werden, um eine bestehende Entzündung zu behandeln.
Anschließend wird die vollständige Entfernung des Fragments während der Operation mithilfe eines Röntgenbildes kontrolliert.
Danach wird die Operationswunde vernäht und das behandelte Bein mit einem Verband geschützt.
In den ersten Tagen nach dem Eingriff sollte das Pferd strikte Boxenruhe einhalten.
Das anschließende Bewegungsprogramm für die Rehabilitation wird individuell auf das jeweilige Pferd abgestimmt.

